Ein Wort? GROßARTIG!!!!
Die Veranstaltung war wirklich phantastisch! Leider habe ich mich sehr schlecht verkauft. Wirkliche Chancen hatte ich mir eh nicht ausgemalt, aber ich hätte besser sein können. Nach der Deutschen hab ich noch mal richtig reingeklotzt. Noch mehr Cardio (2 Stunden verteilt auf 3 Einheiten) zum Ganzkörperkrafttraining, mit den kcal bin ich auch noch etwas runter gegangen und eigentlich sah es sogar zwischenzeitlich so aus, als hätte ich meine Form noch verbessert. Dann ging allerdings der Tourmarathon los: Mittwochabend zu meinen Eltern Richtung Rostock, den Lütten abgeben. Donnerstag von dort weiter nach Bochum zum Übernachten und Freitag früh nach Bornheim, um von dort mit dem Verbandsbus nach Luxemburg zu kutschen. Das war schon anstrengend. Außerdem hatte ich ständig Hunger, sobald die Trinkmenge runter ging. Geladen hab ich diesmal mit selbst gebackenem Frühstückskuchen. Alles in allem war das Gesamtpaket für mich nicht mal semioptimal. Wieder eine Lehre für die nächste Vorbereitung. Einchecken im ersten Hotel verlief reibungslos und unser Hotel war absolut in Ordnung. Leider war es drückend heiß, so dass wir uns schnell alle auf der Terrasse wieder fanden und dann nach und nach den Lidl nebenan plünderten, um nach dem Wettkampf etwas fises zu essen im Haus zu haben, auf das man die letzten Monate komplett verzichten musste.
Samstag ging es 08:30 Uhr mit dem Bus zum Veranstaltungsort. Auch dort ging alles sehr zügig und war gut vorbereitet. 2 große Sporthallen dienten als Umkleideräume und waren optimal vorbereitet. Dann fing das große Warten an. Bei knapp 200 Athleten aus 24 Nationen dauert es halt… In meiner Klasse waren 10 Frauen. Wir waren erst gegen 14:00 Uhr dran. Bis dahin hatte ich erst eine Banane gegessen und ½ Tasse Kaffee noch im Hotel am Frühstücksbuffet getrunken und eigentlich ging es mir gut – bis ich auf der Bühne stand. Als wir uns schön in Reih und Glied aufgestellt hatten bekam ich plötzlich heftigste Magenkrämpfe und mir wurde speiübel. Woran es lag, kann ich nicht mal sagen. Gefühlt war ich nicht aufgeregt und Hunger hatte ich auch keinen, aber eine Mischung aus beiden Gegenteilen wird es wohl gewesen sein. Jedenfalls habe ich mich so denkbar schlecht dargestellt auf der Bühne. Ich bekam keinen Pump in die Posen und keine richtige Spannung. Das war schon recht frustrierend. Selbst das Stehen auf der Line war mächtig anstrengend. Dazu kamen die gefühlten 60 °C Lufttemperatur durch die Scheinwerfer. Mir lief das Restwasser aus allen Poren. Das Finale begann abends mit dem Einmarsch der Nationen – alle Athleten auf der Bühne. Das war schon sehr imposant. Meine Klasse war dann gegen 21:00 Uhr zum zweiten Mal draußen. Ich bekam eine wirklich schöne Medaille und durfte duschen. Damit war meine erste Weltmeisterschaft vorbei. Wir haben dann noch kräftig unsere anderen Athleten angefeuert. Insgesamt hat der deutsche Kader mit vielen guten und sehr guten Platzierungen gepunktet. Die Veranstaltung war gegen 23:00 Uhr zu ende und eigentlich hatte der Vorstand geplant, dass wir uns noch beim Caterer treffen und gemeinsam etwas essen oder trinken. Prinzipiell eine tolle Idee. Aber die waren auch eine halbe Stunde später mit ihren Nachbereitungen noch nicht fertig, wir dafür aber stehend k.o. Daher brachte der Bus schon mal die erste Fuhre ins Hotel. Dort saßen wir noch ein wenig mit einem Absacker auf der Terrasse – mit mehr oder weniger Hunger. Denn nicht alle hatten sich schon ausreichend gestärkt und unterwegs hatte bereits alles zu – wie auch im Hotel. Allerdings haben alle die Nacht überlebt – was man von dem Frühstücksbuffet nicht behaupten konnte. Unglücklicherweise war das Hotelpersonal nach dem sehr moderaten Ausgang des Frühstücks am Samstag nicht auf die „7 – köpfigen Raupen“ am Sonntag gefasst und vorbereitet. Sie mussten sehr häufig komplett nachlegen und die Gesichter wurden mit jeder Runde länger. Satt geworden sind aber glaube ich trotzdem alle. Punkt 11:00 Uhr ging es dann wieder los gen Heimat, mit Zwischenstop zum Umsteigen und Verabschieden in Bornheim. Nach drei erfolglosen Versuchen, bei den McD’s an der Autobahn zeitnah Abendbrot essen zu können, waren wir 21:15 Uhr auch endlich zu hause. Mein Papa hatte inzwischen schon den Lütten vorbei gebracht und ins Bett gesteckt.
Müde, kaputt und mit total platt gesessenem Hintern fielen wir kurze Zeit später auch ins Bett. Das war eine tolle Wettkampfsaison für mich. Ich habe viel gelernt, viel erlebt und viele nette Leute kennen gelernt.
Also möchte ich allen danken, die mich durch diese Saison begleitet haben. An erster Stelle natürlich meine „Männer“, die geduldig alle Launen ertragen haben. Außerdem bedanke ich mich bei meinen Eltern und Schwiegereltern, die sich mit dem „komischen“ Essen abgefunden haben und uns immer unterstützen, wenn es um den Lütten und dessen Unterbringung und Betreuung geht. Abschließen danke ich allen, die mich auf diesem Weg begleitet haben – sei es mit Daumen drücken, E-Mails oder SMS, guten Wünschen und aufbauenden Worten.
Ich wünsche euch alles Gute und weiterhin viel Spaß am Sport.
PS: Gestern hatte ich mein erstes schweres Training wieder und heute habe ich tierisch Muskelkater in Rücken, Brust und Beinen. Klasse!